IBT das Institut für Beratung
und Training mit Sitz in Schwelm versteht sich in Optimierung der
Arbeitsplatzorganisation und in Effektivitätssteigerung im Angestelltenbereich.

Verkaufsteam,
das bei Kirson die PEP
Pilotgruppe bildete
Im vergangenen Jahr wurde das Training
bei der Kirson GmbH durchgeführt, einem mittelständischen Unternehmen, das sich in
den letzten beiden Jahren intensiv mit der Entwicklung von Gelegen
und Gelegevlieskomplexen für die Herstellung von Bitumendachbahnen beschäftigt
und mehrere neue Produkte entwickelt hat. Die gesamte Verwaltung wurde nach den
Prinzipien des Persönlichen Effektivitäts Programms PEP optimiert. Seitdem, so
hört man, nutzt der Gelegehersteller aus
Neustadt Produktivitätspotenziale, die vorher
brach lagen: Projektlaufzeiten würden verkürzt, Zeit hinzu gewonnen,
vorhandene Software würde besser integriert und im Team optimal genutzt und eine
übersichtliche Ablage in Papier und EDV geschaffen, transparent für alle
Beteiligten.
Aber
wir wollten es genauer wissen. Die avr-Redaktion fragte Kirson-Geschäftsführer
Jörg Göhl, welche Unternehmensbereiche trainiert" wurden, was sich an
der Arbeitsweise im Einzelnen verändert hat, welche neuen Möglichkeiten sich
nun eröffnen und welche erlebten Verbesserungen sich branchenspezifisch
formulieren lassen. Könnte man doch - das wird andere Textil-Firmen
auch interessieren - branchenspezifische Probleme so besser in den Griff
bekommen.
Hier
sein Statement:
 |
Kirson-Geschäfts-
führer
Jörg Göhl |
Mit PEP an die Arbeit...
Es war ein Artikel in der Wirtschaftspresse, der uns auf das IBT
aufmerksam macht. Da dieser Artikel auch den Titel eines Buches nannte, in dem das
komplette Verfahren beschrieben wird (Titel Mit PEP an die Arbeit. So organisiere
ich mich und meinen Job. Campus Verlag) haben wir uns erst einmal ausführlich mit
dem Buch beschäftigt, um zu überprüfen, ob eine Übertragung auf unser Unternehmen
sinnvoll sein könnte.
Besonders ansprechend fand ich, dass das Buch eigentlich völlig
alltägliche Themen behandelt, die jedoch weder in einer Lehre, einer technischen
Ausbildung, noch einer Hochschulausbildung je angesprochen werden. Beim PEP geht es um
ganz
einfache Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten; also darum, wie man
seinen Arbeitstag plant, wie man die Arbeit wirklich geschafft bekommt und nicht immer
wieder vor ihr davonläuft und wie man effektiv miteinander zusammenarbeitet.
Von den 85 Mitarbeitern
der Kirson GmbH arbeiten knapp 35 in administrativen und Management-Funktionen. 24 von
ihnen, vom Sachbearbeiter bis zur Geschäftsleitung, wurden trainiert, so dass vier
Gruppen á jeweils sechs Teilnehmer gebildet werden konnten. Die Pilot-Gruppe bestand aus
den Vertriebsmitarbeitern. Nach dem erfolg-reichen Abschluss des Pilot-Projektes wurden
Mitarbeiter aus der Produktionsleitung, dem Finanzwesen, der Produktentwicklung, der
Qualitätssicherung sowie weiteren administrativen Funktionen geschult.
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Auf einen theoretischen Schulungsblock folgte
an allen Schulungstagen ein Einzelcoaching der Gruppenmitglieder direkt an ihrem
Arbeitsplatz. Hierbei konnten individuelle Schwerpunkte gesetzt werden. Die meisten
meinten nach Abschluss der Schulung, dass sich ihr persönlicher Arbeitsstil verbessert
habe und insbesondere die Kommunikation zu den direkten Kollegen, aber auch fachfremden
Abteilungen deutlich verbessert werden konnte. Gemeinsam mit dem Coach wurden alle
Schreibtische und die individuellen Arbeitstechniken der Mitarbeiter einer
Bestandsaufnahme unterzogen. Bis zum nächsten Termin -einige Wochen später- musste der
Schreibtisch wie vereinbart in Ordnung gebracht werden, Doppel- und Dreifachablagen
abgeschafft und das gesamte Unterlagenmanagement gestrafft und vereinfacht werden. Durch
das Einzelcoaching, wie auch die Gruppenarbeit, innerhalb derer schnell zu erkennen war,
dass viele Kollegen ähnliche Probleme haben, wurden Techniken für die effizientere
Erledigung von Aufgaben erlernt. So konnten viele Mitarbeiter das etwas einfach klingende
Motto Tu es sofort (anstatt es auf die lange Bank zu schieben und dann erst zu
erledigen, wenn alles am Brennen ist) als sinnvolle Arbeitsmethode erkennen.
Der Hauptgewinn
In gemeinsamer Projektarbeit wurden für alle Mitarbeiter
gültige Regeln für die Kommunikation, insbesondere mit Microsoft-Outlook erarbeitet.
Als Hauptgewinn aus den Schulungen ist eine effektivere
Kommunikation untereinander sowie die effizientere Erledigung von Routinevorgängen
inklusive der Verbesserung der internen Abläufe zu nennen.
Dadurch, dass verbindliche Regeln festgelegt wurden, wird die
Einarbeitung von neuen Mitarbeitern, aber auch Aushilfen und Urlaubsvertretungen erheblich
erleichtert.
Bei Kirson als produzierendem Unternehmen sind die Büros der
einzelnen Mitarbeiter trotz der relativ geringen Mitarbeiterzahl zum Teil recht weit
voneinander entfernt. Damit fast alle Informationen an allen Stellen des Unternehmens
über die EDV zugänglich sind, wurde eine elektronische Ablage eingeführt. Hierbei
zeigten sich jedoch die Einschränkungen von Standard-Büro-Software. Aus diesem Grund
haben wir uns entschieden, mit Wirkung zum 1. Januar 2003 eine Archivierungssoftware
einzuführen. Im Vordergrund steht nicht in erster Linie die finanzamtskonforme
Archivierung, sondern eine schnelle Verfügbarkeit aller abgelegten Informationen an allen
Arbeitsplätzen ohne lästige physische Sucharbeit.
Auch nach Abschluss der Schulungen treffen sich die
Verantwortlichen der vier Teams regelmäßig und pflegen ein PEP-Handbuch, in dem die
allgemeinen Verfahrensregelungen (unter anderem auch zur Nettikette, also dem Umgangsstil
miteinander im Internet, insbesondere bei der E-Mail-Kommunikation) gepflegt und
kontinuierlich verbessert werden.
PEP ist nicht unbedingt ein Verfahren, welches nur für die
Textil- oder Vliesstoffindustrie besonders gut geeignet ist. Im Prinzip kann PEP in allen
Betrieben zum Einsatz kommen. Da sich insbesondere die klassische Textilindustrie in
Deutschland -mit wenigen Ausnahmen- seit Jahren rückläufig entwickelt, ist es in
dieser Industrie zu einer Überalterung des Personals gekommen. Dies führt dazu, dass
relativ wenig junge Mitarbeiter (mit Ausnahme der selbst ausgebildeten) in diese Firmen
quer einsteigen und mit frischen Ideen neue Impulse geben können.
Durch diese
Überalterung findet vielleicht in einigen Bereichen der Textilindustrie stärker als in
Wachstumsindustrien eine Verfestigung altmodischer und überholter Methoden statt. Durch
PEP kann es gelingen, mit modernen und insbesondere wirksamen Arbeitsmethoden vertraut zu
werden. Aufgrund der Steigerung der persönlichen Effizienz kann viel Zeit gewonnen
werden, die für strategische Überlegungen, die Entwicklung neuer Produkte und die
Gewinnung neuer Kunden genutzt werden kann. Neues Wachstum kann im Einzelfall generiert
werden, ohne dass hierfür gleich neues Personal eingestellt werden muss. Weil die
vorhandenen, jetzt effizienteren und effektiveren Mitarbeiter nicht erst angelernt werden
müssen, dürften die Vorteile für das Unternehmen auf der Hand liegen. |