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Gelege sind im allgemeinen ca. 20 bis 40 Prozent dünner als ein Gewebe mit identischer Konstruktion und aus dem gleichen Garn. Wenn - wie z. B. bei Dachbahnen üblich - eine Mindestüberdeckung der Verstärkungseinlage gefordert ist, können mit Hilfe von Gelegen dünnere Endprodukte hergestellt werden, ohne daß bei den technischen Eigenschaften Abstriche in Kauf genommen werden müssen. Bei den Endprodukten sind Materialeinsparungen bis zu 20 Prozent erzielbar. Mit Gelegen können die in Mitteleuropa verbreiteten 1,2 mm dicken dreilagigen Kunststoffdachbahnen mit symetrischem Aufbau hergestellt werden. Gewebe werden hierfür meist erst ab 1,5 mm eingesetzt. Die Gitterstruktur von Gelege ist im Endprodukt weniger ausgeprägt zu erkennen als bei Geweben. Daraus resultiert eine glattere und gleichmäßigere Oberfläche des Endproduktes. Einzelne Lagen der Endprodukte können dank glatterer Oberflächen mit den herkömmlichen Verbindungstechniken wie Verschweißen und Verkleben leichter und dauerhafter miteinander verbunden werden. Der Einsatz von glasgelegeverstärkten Vliesen erlaubt bei der Produktion von Bitumendachbahnen höhere Maschinengeschwindigkeiten. Zeit- und arbeitsintensive Abrisse in der Bitu-mendachbahnanlage können weitestgehend verhindert werden. Die mechanischen Werte von Bitumendachbahnen werden durch Gelege erheblich verbessert. Die mit Gelegen erzielbare glattere Endproduktoberfläche trotzt Anschmutzungen besser als unebene Oberflächen. Einreißfreudige Materialien wie Papier, Aluminiumfolien oder Folien aus diversen Kunststoffen werden am Weiterreißen durch das Aufkaschieren oder Integrieren von Gelege wirksam gehindert. Da jedes Gelege im Gegensatz zu Geweben, die auch stuhlroh ausgeliefert werden, chemisch gebunden werden muß, konnten bei der Gelegeherstellung im Laufe der Jahre umfangreiche Erfahrungen bei der Auswahl von geeigneten Bindemitteln gemacht werden. Die Wahl des richtigen Bindemittels kann die Einbindung des Geleges in das Endprodukt erheblich erleichtern. Weil die Fäden der Ober- und Unterkette durch die Schußlage voneinander getrennt sind und sich im Gelege immer nur entweder oben oder unten befinden, liegen die Kettfäden in einem gespannten Zustand vor. Zugkräfte können daher in Längsrichtung sofort aufgenommen werden. Weil die Zugkräfte unmittelbar aufgenommen werden, zeigen Gelege zum Teil deutlich geringere Dehnungswerte als Gewebe auf. Durch das spezielle Gelegeherstellungsverfahren werden die Fäden im Gegensatz zu Geweben sehr flach. Hierdurch kann ein besserer Durchgriff bei der Verbundfolienherstellung und damit eine bessere Verbindung erreicht werden. Aufgrund der bei der Herstellung nötigen thermischen Trocknung sind die eingesetzten Polyestergarne und andere Kunststoffgarne vorgeschrumpft, was die spätere Weiterverarbeitung erheblich verbessern kann.
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